Small Fibre Neuropathie (SFN)
Small-Fibre-Neuropathie (SFN) – Wenn die kleinsten Nervenfasern Beschwerden verursachen
Die Small-Fibre-Neuropathie (SFN) ist eine Erkrankung der kleinsten Nervenfasern des peripheren Nervensystems. Betroffen sind vor allem die dünnen sensiblen C-Fasern und Aδ-Fasern, die für die Wahrnehmung von Schmerz, Temperatur und Berührung verantwortlich sind. Darüber hinaus steuern diese Nervenfasern wichtige Funktionen des vegetativen (autonomen) Nervensystems wie Schweißproduktion, Herzfrequenz, Blutdruckregulation, Verdauung und Blasenfunktion.
Da diese kleinen Nervenfasern in herkömmlichen Nervenleitgeschwindigkeitsmessungen (Neurographie) häufig nicht erfasst werden, bleibt die Erkrankung oft lange unerkannt.
Typische Symptome
Die Beschwerden können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein und entwickeln sich häufig schleichend.
Mögliche Symptome sind:
- Brennende Schmerzen an Füßen oder Händen
- Kribbeln, Ameisenlaufen oder Taubheitsgefühle
- Überempfindlichkeit gegenüber Berührung (Allodynie)
- Gestörte Temperaturwahrnehmung
- Elektrisierende Schmerzen
- Nächtliche Schmerzverstärkung
- Schweißstörungen
- Schwindel beim Aufstehen
- Herzrasen oder Kreislaufbeschwerden
- Magen-Darm-Beschwerden
- Blasenfunktionsstörungen
- Ausgeprägte Erschöpfung (Fatigue)
Bei manchen Patienten stehen die Schmerzen im Vordergrund, bei anderen dominieren autonome Beschwerden wie Kreislaufprobleme oder Störungen der Schweißbildung.
Mögliche Ursachen
Eine Small-Fibre-Neuropathie kann zahlreiche Ursachen haben. Zu den häufigsten gehören:
- Diabetes mellitus und Prädiabetes
- Autoimmunerkrankungen (z. B. Sjögren-Syndrom, Lupus)
- Vitaminmangel (insbesondere Vitamin B12)
- Stoffwechselstörungen
- Infektionen
- Medikamentennebenwirkungen
- Genetische Erkrankungen
- Toxische Schädigungen
- Long COVID und andere postinfektiöse Syndrome
Trotz umfangreicher Diagnostik bleibt die Ursache bei einem Teil der Betroffenen zunächst ungeklärt.
Warum ist die Diagnose oft schwierig?
Viele Patienten leiden über Jahre unter Beschwerden, obwohl MRT, Nervenleitgeschwindigkeit oder Standardlaborwerte unauffällig sind. Dies liegt daran, dass die betroffenen kleinen Nervenfasern mit klassischen neurologischen Untersuchungen häufig nicht ausreichend erfasst werden können.
Für die Diagnosestellung sind daher spezialisierte Untersuchungsverfahren erforderlich.
Diagnostik der Small-Fibre-Neuropathie in der Neuro Praxis Düsseldorf
Die Neuro Praxis Düsseldorf verfügt über moderne Verfahren zur Untersuchung kleiner Nervenfasern und des autonomen Nervensystems. Je nach individueller Fragestellung können unter anderem folgende Untersuchungen eingesetzt werden:
- Quantitative sensorische Testung (CASE IV)
- QSweat® zur Untersuchung der Schweißdrüsenfunktion
- Sudoscan®
- Hautbiopsie zur Bestimmung der intraepidermalen Nervenfaserdichte
- Untersuchung des autonomen Nervensystems
- Erweiterte Laboranalysen zur Ursachensuche
- Ergänzende elektrophysiologische Verfahren
Die Auswahl der Untersuchungen erfolgt individuell auf Grundlage einer ausführlichen neurologischen Anamnese und der vorliegenden Vorbefunde.
Behandlung
Die Therapie richtet sich in erster Linie nach der zugrunde liegenden Ursache. Gleichzeitig stehen verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung der Beschwerden zur Verfügung, beispielsweise:
- Behandlung auslösender Grunderkrankungen
- Optimierung von Stoffwechsel- und Vitaminmängeln
- Spezielle Medikamente gegen neuropathische Schmerzen
- Therapie autonomer Funktionsstörungen
- Individuelle neurologische Verlaufskontrollen
Wann sollte eine Abklärung erfolgen?
Eine spezialisierte Diagnostik kann sinnvoll sein, wenn:
- Brennende oder neuropathische Schmerzen bestehen
- Kribbeln oder Taubheitsgefühle ungeklärter Ursache vorliegen
- Schwindel, Kreislaufbeschwerden oder Herzrasen auftreten
- Verdacht auf eine autonome Neuropathie besteht
- Long-COVID- oder Post-Vac-Symptome mit neurologischen Beschwerden einhergehen
- Bisherige neurologische Standarduntersuchungen unauffällig waren, die Beschwerden jedoch fortbestehen
Eine frühzeitige Diagnostik kann helfen, behandelbare Ursachen zu erkennen und die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu verbessern.