Autoimmunerkrankungen des Nervensystems

Diagnostik und Behandlung in der Neuro Praxis Düsseldorf

Autoimmunerkrankungen entstehen, wenn das Immunsystem körpereigene Strukturen irrtümlich als fremd erkennt und angreift. Während viele Menschen Autoimmunerkrankungen vor allem mit Gelenken, Haut oder Schilddrüse verbinden, können auch das Gehirn, das Rückenmark, die peripheren Nerven und das autonome Nervensystem betroffen sein.

Autoimmunbedingte neurologische Erkrankungen gehören zu den wichtigsten behandelbaren Ursachen neurologischer Beschwerden. Eine frühzeitige Diagnose ist daher von großer Bedeutung, da viele dieser Erkrankungen durch moderne Therapien günstig beeinflusst werden können.

Welche neurologischen Beschwerden können auf eine Autoimmunerkrankung hinweisen?

Die Symptome sind oft sehr vielfältig und können sich schleichend oder akut entwickeln.

Mögliche Beschwerden sind unter anderem:

  • Taubheitsgefühle und Kribbeln
  • Brennende Nervenschmerzen
  • Muskelschwäche
  • Gangunsicherheit
  • Schwindel
  • Sehstörungen
  • Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
  • Ausgeprägte Erschöpfung (Fatigue)
  • Kreislaufstörungen und autonome Beschwerden
  • Missempfindungen der Haut
  • Schluck- oder Sprechstörungen
  • Neurologische Beschwerden nach Infektionen

Da viele dieser Symptome auch bei anderen Erkrankungen auftreten können, ist eine sorgfältige neurologische Abklärung entscheidend.

Welche Autoimmunerkrankungen können neurologische Symptome verursachen?

Zu den neurologisch relevanten Autoimmunerkrankungen gehören beispielsweise:

Erkrankungen des zentralen Nervensystems

  • Multiple Sklerose (MS)
  • Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen (NMOSD)
  • MOG-Antikörper-assoziierte Erkrankungen (MOGAD)
  • Autoimmune Enzephalitiden
  • Autoimmune Myelitiden

Erkrankungen der peripheren Nerven

  • Chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP)
  • Multifokale motorische Neuropathie (MMN)
  • Guillain-Barré-Syndrom
  • Autoimmun bedingte Small-Fibre-Neuropathien

Erkrankungen der neuromuskulären Übertragung

  • Myasthenia gravis
  • Lambert-Eaton-Syndrom

Systemische Autoimmunerkrankungen mit neurologischer Beteiligung

  • Sjögren-Syndrom
  • Systemischer Lupus erythematodes (SLE)
  • Rheumatoide Arthritis
  • Systemische Sklerose (Sklerodermie)
  • Vaskulitiden
  • Sarkoidose

Moderne Diagnostik von Autoimmunerkrankungen

Die Diagnose neurologischer Autoimmunerkrankungen erfordert häufig die Kombination verschiedener Untersuchungsverfahren.

Je nach Fragestellung können folgende diagnostische Schritte sinnvoll sein:

Ausführliche Anamnese und neurologische Untersuchung

Eine sorgfältige Erhebung der Krankengeschichte bildet die Grundlage jeder Diagnostik. Dabei werden Beschwerden, zeitlicher Verlauf, Vorbefunde und mögliche Begleiterkrankungen berücksichtigt.

Spezialisierte Laboruntersuchungen

  • Autoantikörper-Diagnostik
  • Entzündungsmarker
  • Immunologische Spezialdiagnostik
  • Ausschluss anderer Ursachen neurologischer Beschwerden

Elektrophysiologische Untersuchungen

  • Elektroneurographie (NLG)
  • Elektromyographie (EMG)
  • Evozierte Potenziale

Untersuchungen des autonomen Nervensystems

Bei Verdacht auf autonome Beteiligungen können spezielle autonome Funktionstests wichtige Hinweise liefern.

Hautbiopsie und Small-Fibre-Diagnostik

Bei Verdacht auf autoimmune Small-Fibre-Neuropathien können spezialisierte Untersuchungen der kleinen Nervenfasern sinnvoll sein.

Bildgebende Verfahren

Je nach klinischer Fragestellung werden vorhandene MRT-, CT- oder andere bildgebende Befunde in die diagnostische Beurteilung einbezogen.

Behandlung neurologischer Autoimmunerkrankungen

Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung, dem Schweregrad der Beschwerden und dem individuellen Krankheitsverlauf.

Mögliche Therapieansätze umfassen:

  • Kortikosteroide (Kortisontherapie)
  • Immunsuppressive Medikamente
  • Biologische Therapien (monoklonale Antikörper)
  • Intravenöse Immunglobuline (IVIG)
  • Plasmapherese oder Immunadsorption
  • Symptomatische neurologische Therapie
  • Physiotherapie und Rehabilitation
  • Individuelle Verlaufskontrollen

Ziel der Behandlung ist es, die fehlgeleitete Immunreaktion zu kontrollieren, neurologische Schäden möglichst zu verhindern und die Lebensqualität langfristig zu erhalten.

Warum ist eine frühzeitige Diagnose wichtig?

Viele neurologische Autoimmunerkrankungen können unbehandelt zu dauerhaften Schäden an Nerven, Rückenmark oder Gehirn führen. Gleichzeitig gehören sie zu den neurologischen Erkrankungen, bei denen moderne Therapien häufig besonders wirksam sein können.

Eine frühzeitige und sorgfältige Diagnostik ermöglicht es, behandelbare Ursachen zu erkennen, geeignete Therapien einzuleiten und den Krankheitsverlauf möglichst günstig zu beeinflussen.

Unser Ansatz in der Neuro Praxis Düsseldorf

Die Neuro Praxis Düsseldorf bietet eine umfassende neurologische Abklärung bei Verdacht auf autoimmune Erkrankungen des zentralen, peripheren und autonomen Nervensystems an. Durch die Kombination moderner neurologischer Diagnostik, spezialisierter Untersuchungsverfahren und individueller Betreuung verfolgen wir das Ziel, komplexe Beschwerden möglichst präzise einzuordnen und gemeinsam mit unseren Patientinnen und Patienten die bestmögliche Behandlungsstrategie zu entwickeln.

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Prof. Dr. med. Christina Haubrich und Nina Salimi (Fachärztinnen für Neurologie)

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